Fotos: Architekten Brüning Rein

Preisträger Auszeichnung guter Bauten des BDA Essen 2014

Neubau Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen

Essen

Fotos: Architekten Brüning Rein

Neubau Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen

Essen
Projekt
Neubau Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen
Architekt
Architekten Brüning Rein, Essen
Bauherr
Universitätsklinikum (Abteilung Planen und Bauen) Essen
Fotos: Architekten Brüning Rein
Fotos: Architekten Brüning Rein
Foto: Hebrok Natrup

Preisträger

Auszeichnung guter Bauten des BDA Essen 2014 – Auszeichnungen

Juryurteil:
Die 20er-Jahre sind zurück, so dachte die Jury, als sie vor den beiden Präsentationstafeln des Projektes "Lehr- und Lernzentrum des Universitätsklinikums" von Arndt Brüning und Volker Rein stand. Da die auch heute noch manches Architektenherz höher schlagen lassen, war der Besuch vor Ort ein Muss. Ein schwieriges, weil schmales und keilförmiges Grundstück, auf dem das Gebäude mit seiner langen, eleganten Baukörperform zwischen zwei unterschiedlichen Straßenniveaus auf Vorder- und Rückseite vermittelt. Ein Ruhepol im Gewusel des Klinikchaos', wohltuend; der freundliche, helle Klinker der Fassade ebenfalls überaus angenehm; das Dünnformat betont die Horizontalität des Baus, was noch durch die reliefartige Ausbildung der Ziegel im Sockelbereich unterstützt wird. Dann der Bruch: Die Vertikale, die große Öffnung des Eingangs, in den man subtil hineingezogen wird. Ein Haus mit Adresse, Orientierung bietend.

Das Hinein- und Herumziehen ist ein Thema, dass die Kollegen beherrschen, ebenso wie den Umgang mit dem Material in der Fläche und im Detail. Das Haus hat keine Ecken, nur Rundungen, die neugierig machen. Wir steigen aus dem Bus und magisch, wie geleitet, umrunden wir den Bau. Diese Kurven an den Enden beschließen das Haus, lassen es in sich ruhen wie eine Insel im trostlosen Getümmel drumherum. Es ist auch von hinten schön. Es zeigt nirgendwo Zweitrangiges. Die Fenster auch auf der Rückseite durch filigrane Betonbänke und -gesimse zu Bändern zusammengefasst, die sich im dezent auskragenden Dachrand wiederholen. Alles schon mal gesehen, klar, in Büchern, nur selten noch in der Realität. Tatsächlich - so schön waren die 20er!

Und dann innen. Sichtbeton in der Horizontalen unterteilt und - das berührt ein bisschen seltsam - Marmor, Jura gelb, auf Böden und Treppen. Das waren die Innenfensterbänke der 60er. Was in Altbauten altbacken wirkt, ist hier fast zu fein. Aber ansonsten, innen wie außen, Präzision und Qualität in Entwurf und Detail. Auch wenn nicht alle in der Jury den architektonischen Rückgriff goutieren, so ist das Votum einhellig: Es gibt schlechtere Anleihen an die Baugeschichte als die 20er-Jahre.Richard Schmalöer

Preisträger

Auszeichnung guter Bauten des BDA Essen 2014 – Publikumspreise